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Handarbeit_3_2012

HANDARBEIT! 3-2012 | 3 Vor laufender Kamera Kochen oder singen waren gestern, jetzt gibt es eine deutsche TV-Show, bei der sich alles ums Nähen dreht. „Näh so was“ heißt die neue Näh-TV-Sendung, die Dr. Joachim H. Bürger von ZiC´nZaC mit initiierte. Er berichtet: „Die Kernfrage lautete: Warum gibt es zuhauf Kochsendungen und keine Sendung für die begeisterten Hobby-Schneiderinnen? Diese Frage hat uns nicht ruhen lassen, bis wir mit dem Lokalsender Studio 47, Mitglied der Center-TV-Gruppe in NRW (technische Reichweite 6,3 Mio. Zuschauer), einen Partner gefunden haben, mit dem wir eine Staffel von sechs Sendungen á 45 Minuten produzieren werden.“ Das Konzept ging auf: Schon beim Casting in Juni war das Interesse groß, bei dem sich 60 Teilnehmer den Juroren stellten. Die Jury war begeistert von den Teilnehmern und den vorgelegten selbstgefertigten Kleidungsstücken. Mittlerweile wurden bereits drei Sendungen abgedreht. Über die Sendung und den Job als Juror werden wir in der kommenden Handarbeit ausführlich berichten. Unter www.zicnzac.com „Aktuelles“ findet man mehr Informationen zum Making of des Castings und zur Näh-TV-Sendung. Das Casting zur ersten deutschen Näh-TV-Sendung. Die Jury (v. l.): Navina Haddick (Studio 47), Marion Schreiber (Douglas Parfümerien), Petra Hoksbergen sowie ZiC´nZaC-Dozentin Selina Burger. Auf Wiedernähen Eine Woche lang liefen in Wiesbaden projekt in der Stadt. Für die Aktion „Wiesbaden näht“ hat Anke Trischler im Vorfeld die Werbetrommel gerührt und mit professionell gestalteten Plakaten geworben. Sponsoren wie Ikea, Prym oder Amann Mettler unterstützen die Kampagne. Die „Nähzentrale“ lag in den Räumen der IHK Wiesbaden. Aber auch an anderen Orten wie die Nähnadeln heiß. Im Anschluss an den Tag der Handarbeit am 9. Juni folgte die Aktionswoche „Wiesbaden näht“ der Initiatorin Anke Trischler vom „Atelier Culture“. Doch es wurde nicht einfach nur genäht. Bei der Aktion standen zwei konkrete Themen im Mittelpunkt: Zum einen wurden Herzkissen für Brustkrebspatientinnen genäht. Diese werden kostenfrei an Kliniken bzw. Patientinnen abgegeben. Unter den Arm genommen, lindern sie den Wundschmerz. Das andere Thema stellte den Umweltaspekt in den Fokus. Aus leeren Kaffeetüten entstanden Taschen. Diese werden anschließend über ausgewählte Einzelhandelsgeschäfte und über die Tourist-Information in Wiesbaden verkauft. Der Erlös geht an ein Kinderhilfsdem Näh-Café in der Rathausstraße gab es Events, die in einem Programm, dem sogenannten „öffentlichen Personen Nähverkehr“, gelistet waren. Dass sich all die Mühen gelohnt haben, beweist das Ergebnis der Aktionswoche: Über 60 neue Mitnäher und Mitnäherinnen sowie etliche „Heimnäherinnen“ haben insgesamt 403 Herzkissen und 100 Taschen genäht! Die Nähzentrale der Aktion „Wiesbaden näht“ lag im Sitz der IHK Wiesbaden und war täglich gut besucht.


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